Edelbrände


Der Alkohol...

...und besonders das Destillieren waren schon den Ägyptern und Griechen bekannt. Im Mittelalter befaßten sich die Alchimisten mit der Destillation alkoholischer Flüssigkeiten. Sie fanden zwar nicht Gold, dafür erzeugten sie Schnäpse und Liköre, die das Herz der Mitmenschen erfreuten und den Magen erwärmten.

Mußte früher ein Schnaps beim Trinken brennen, so werden heute ein besonderes Aroma, welches von der reinen Frucht kommt, und Milde beim Trinken erwartet.

Beim Schnapsbrenner wie beim Konsumenten sind eine neue Trinkkultur und ein neues Qualitätsbewußtsein entstanden.



Wir unterscheiden grundlegend zwischen folgenden Destillaten:








Getreidebrände sind Klassiker in Oberösterreich, was darauf zurückzuführen ist, dass in unserer Gegend sehr viel Ackerbau betrieben wird. Die Herstellung von Getreidebränden ist allerdings relativ aufwendig. Zuerst wird das gereinigte und entspelzte Getreide (Ausnahme Hafer; dieser wird mit den Spelzen gebrannt um die typische „strohige“ Note zu bekommen) gemahlen. Anschließend wird das daraus entstandene Mehl mit heißem Wasser vermischt, bis eine relativ dünnflüssige Maische entstanden ist. Da Getreide vorwiegend Stärke enthält, muß man diese erst in Zucker umwandeln um sie vergären zu können. Hierzu verwendet man verschiedene stärkeumwandelnde Enzyme.
Für eine gleichmäßige und rasch beginnende Gärung ist die Verwendung von Brennereienzymen und Hefen unerlässlich! Die Gärung ist bereits nach 3-5 Tagen abgeschlossen. Besonderes Augenmerk ist auf den pH-Wert der Maische zu legen, da Getreidemaischen sehr empfindlich sind gegenüber Bakterieninfektionen.



Zu den Kernobstbränden zählen alle Sorten von Äpfel, Birnen sowie den beinahe schon in Vergessenheit geratenen Quitten. Bei keiner anderen Obstart ist die Sortenvielfalt so groß wie bei Äpfel und Birnen. Bei der Quitte gibt es die Apfelquitte und die Birnenquitte. Wie die Namen schon ausdrücken ist die Apfelquitte apfelförmig und die Birnenquitte birnenförmig. Beide unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern auch im Geschmack.
Die Alkoholausbeute zwischen den einzelnen Apfel- und Birnensorten sind recht unterschiedlich, daher kann auch für die Gärdauer keine allgemein gültige Aussage gemacht werden. In den meisten Fällen beträgt diese jedoch zwischen 7 und 14 Tagen. Wichtig ist, dass man auf eine optimale Zerkleinerung des Obstes achtet – es sollten keinesfalls größere Stücke in der Maische herumschwimmen. Nur so ist eine optimale Aromaausbeute möglich. Kernobstbrände erlangen ihre Genussreife schon ab einem halben Jahr, besser ist jedoch eine Lagerdauer von mindestens 2 Jahren.



Die Gruppe der Steinobstbrände ist ebenso umfangreich wie die Kernobstgruppe. Die bekanntesten Vertreter sind sicherlich Marillen, Zwetschken, Kirschen, Weichseln... Aber auch Raritäten, wie Wildkirschen, Traubenkirschen, Schlehen oder Nektarinen haben ihren Reiz.
Für den Brenner bedeuten Steinobstsorten eine große Herausforderung, da es viel Erfahrung braucht das richtige Verhältnis von Steinton und Frucht zu finden. Hierbei ist jede Frucht anders zu behandeln, eines haben aber alle gemeinsam: Die Steine (Kerne) dürfen keinesfalls beschädigt werden, sonst bekommt der Brand den gefürchteten „Bittermandelton“, der im Gegensatz zum angenehmen Steinton (der an Mandel/Marzipan erinnert) unerwünscht ist. Die Gärdauer der verschiedenen Früchte ist aufgrund der unterschiedlichen Alkoholausbeuten sehr unterschiedlich und schwankt zwischen 5 und 14 Tagen. Steinobstbrände brauchen generell mehr Zeit bis sie ihre Genussreife erlangen als Kernobstbrände. Man sollte ihnen schon 3-4 Jahre Lagerung gönnen.



Beerenbrände gelten völlig zu Recht als die „Könige“ unter den Bränden. Ausgesprochen intensiv im Aroma, schwierig in der Herstellung und nicht zuletzt aufgrund ihres hohen Preises. Viele Beerensorten sind echte Raritäten und dementsprechend schwer zu finden. Sehr viele der „wilden“ Beeren wie Wald-Himbeeren, Wald-Brombeeren, Vogelbeeren,... kommen aus Osteuropa, da es sie bei uns in nicht ausreichender Menge gibt, bzw. die Sammelarbeit nahezu unbezahlbar wäre. Dazu kommt noch die ausgesprochen schlechte Alkoholausbeute. Für einen Liter Himbeerbrand benötigt man beispielsweise 30 kg Himbeeren!
Viele der Beerensorten sind aufgrund ihres hohen pH-Wertes besonders gefährdet einen Essigstich zu bekommen (Wald-Heidelbeeren, Holunder). Wiederum andere sind sehr schwierig in Gärung zu bekommen, da sie viel zu wenig Saft enthalten (Vogelbeeren) oder sich sogar selbst konservieren (Preiselbeeren). Am schwierigsten sind sicherlich Preiselbeeren. Durch ihren hohen Gehalt an Benzoesäure (=Konservierungsmittel), ist es nahezu unmöglich sie zu vergären. Die einzige Möglichkeit ist eine (beträchtliche) Anhebung des pH-Wertes. Dann liegt die Benzoesäure in ihren weniger wirksamen Salzen vor. Allerdings ist die Maische dann so verdünnt und der pH-Wert so hoch, dass eine Bakterieninfektion nahezu nicht auszuschließen ist! Gute Preiselbeerbrände findet man daher sehr selten!



Trauben, Wildfrüchte, Knollen & Exoten
In diesen Kategorien fassen wir alle Sorten zusammen die sich keiner anderen 100 %ig zuordnen lassen. Hier bieten wir Spezialitäten vom Bockbier, über den (vor allem in der Damenwelt) beliebten Bananenbrand bis hin zum wahrscheinlich eigenwilligsten Destillat - dem Weißdornbrand - an.



Genaue Informationen zu den einzelnen Produkten entnehmen Sie bitte den Artikelbeschreibungen in unserem WEBSHOP!